|
Klavierunterricht Freiburg Dipl. Klavierlehrer & Pianist Jörg Thunemann Schwarzwaldstraße 7 (Schwabentorbrücke) 79102 Freiburg Tel. 0761- 4537331 info@klavierunterricht-in-freiburg.de |
|
|||||
|
Nichts kann zum Verständnis von Musik mehr beitragen, als sich hinzusetzen und selbst Musik zu machen. Leonard Bernstein |
||||||
|
|
||||||
|
Über das Üben |
||||||
|
|
Für
Kinder ist es eine gute Voraussetzung, wenn im Elternhaus gemeinsam
gesungen und bewusst (klassische) Musik gehört wird. Musik muss in
der inneren Vorstellung leben, dann kann man sie auch aufs Klavier
übertragen. Am Anfang sollte das tägliche Klavierüben
von den Eltern begleitet werden. Wecken und unterstützen Sie durch
Lob und Freude an Fortschritten das Interesse und die Begeisterung
Ihres Kindes für das Klavier. Eine Richtzeit für das Klavier üben Ihres Kindes könnte sein: unter 8 Jahren: 1-2 x täglich 10 -15 Minuten Man
sollte jeden möglichen Tag zum Klavier üben nutzen, da es
sowieso schon mal Tage gibt, an denen aus unterschiedlichen
Gründen nicht geübt werden kann - und eine Woche ist schnell
vorbei! Wünschenswert wäre es natürlich, gerade bei
etwas älteren Kindern, wenn aus dem eigenen Bedürfnis heraus
geübt wird und nicht auf die Uhr geschaut werden muss. Das
Üben allein sollte schon Freude machen - der Weg ist das Ziel. Es
muss jedoch zwischen "Klavier spielen" und "Klavier üben"
unterschieden werden. Aus Verlangen heraus Klavier "spielen" zur
eigenen Entspannung o. ä. sollte man so oft wie möglich,
jedoch muss darauf geachtet werden, dass genügend Zeit zum richtigen Üben bleibt und man sich nicht nur im Spielen bereits erlernter Stücke verliert.
1. Sich eine klare Vorstellung des musikalischen Inhalts aneignen.
Sich überlegen, welche emotionalen Inhalte durch
das Stück ausgedrückt werden. Man beachte dabei auch die feinen klanglichen
Unterschiede und dynamische Abstufungen.Wie ist der musikalische
Spannungsverlauf, wo ist der Höhepunkt (wie im Aufsatz)? Wie ist das Stück
formal aufgebaut?Gute Interpretationen anhören, die Noten mitlesen und auf
diese Feinheiten achten. Allgemein viel gute Musik hören.
2. Sofort die Umsetzung des musikalischen Inhaltes anstreben.
Alle Artikulations- und Dynamikzeichen schon beim
Einstudieren der Noten beachten, den musikalischen Ausdruck möglichst sofort
mit einüben. Zuerst irgendwie die Noten lernen und dann die Musik später
hinzufügen scheitert, weil es in der Regel einfach nicht gemacht wird. Es
kostet enorme Anstrengung, oberflächlich einstudierte Abläufe wieder zu ändern.
Zudem wäre dies doppelte Arbeit und deshalb eine erhebliche Zeitverschwendung.
Es macht absolut keinen Sinn und keinen Spaß "unmusikalisch" zu üben.3. Technische Probleme kreativ meistern.
Aus den im Stück vorkommenden Elementen möglichst
vielseitig Übungen entwickeln. Virtuose Aufgaben, die oft mit sportlichen
Anforderungen vergleichbar sind, verlangen in aller Regel großes
Durchhaltevermögen. Aber auch hier gilt: Je kreativer ich übe, desto mehr Spaß
habe ich, umso leichter fällt das Durchhalten.4. Konzentriert üben
Was bedeutet Konzentration? Laut Duden: "Geistige
Anspannung, höchste Aufmerksamkeit, die auf eine Tätigkeit o.ä. gerichtet
ist." Ein Zen Meister würde es wahrscheinlich so ausdrücken:
"Wenn ich Klavier spiele, dann spiele ich Klavier, wenn ich übe, dann übe
ich," oder so ähnlich. Klingt eigentlich ganz einfach.5. Nicht mechanisch üben.Erzfeind der Konzentration ist mechanisches Üben. Das bedeutet natürlich nicht, dass es sinnlos ist, Tonleitern, oder andere rein technische Elemente zu üben. Ganz im Gegenteil..Gerade bei technischen Übungen, wo musikalischer Inhalt fehlt, ist unsere Kreativität besonders gefragt. Wir müssen der Übung quasi "Inhalt" geben. So können wir beispielsweise eine Tonleiter z.B. legato, staccato, in unterschiedlicher Lautstärke, verschiedenen Phrasierungen, Rhythmen usw. spielen. Es kann sogar sinnvoll sein, emotionale Inhalte hinzuzufügen. Man kann auch eine Tonleiter lustig, traurig, feierlich usw. spielen. Weitere emotionale Eigenschaften wären z.B.: begeistert, erhaben, wütend, freudig, streng, romantisch,...usw. Erstellen Sie am besten Ihre eigene Liste.Grundsätzlich sollten wir immer versuchen, selbst die trockenste Übung in lebendige Musik zu verwandeln. Spätestens, wenn die Gedanken abwandern, müssen wir uns eine neue Variante ausdenken. Die Konzentrationsfähigkeit ist zwar sehr individuell, jede Übung sollte aber nach wenigen Minuten zum Erreichen eines gesetzten Zieles führen.6. Eins nach dem Anderen.
Wenn
man versucht alles auf einmal umzusetzen, wird man am Ende gar nichts
erreichen. Klavierspielen ist eine komplexe Tätigkeit. Man muss natürlich die
Fähigkeit entwickeln, letztendlich viele Dinge gleichzeitig zu kontrollieren.
Aber das lernt man am besten, wenn man die verschiedenen Aufgaben zerlegt und
eine nach der anderen löst.Selbstverständlich dürfen wir dabei nicht den Blick
fürs Ganze verlieren, den musikalischen Inhalt. 7. Klare, machbare (Teil-)Ziele setzen und diese erreichen
Je
konkreter das Ziel ist, das schneller kann man es auch beim Üben
erreichen. Beim Üben eines Abschnittes versucht man beispielsweise
auf korrekten Fingersatz zu achten oder man konzentriert sich nur auf
den richtigen Rhythmus., die Dynamik, die Artikulation... Auf keinen
Fall auf alles gleichzeitig! ("rotierende Aufmerksamkeit") 7. Sich selbst zuhörenUm die Qualität beständig zu erhöhen ist es nötig, die objektiven hörbaren Ergebnisse bewusst wahrzunehmen. Auch dies funktioniert nur mit Konzentration. Der Schüler muss dazu erzogen werden, jede falsche Note, jede Ungenauigkeit, unangemessenen Klang (zu hart, zu weich, unbeabsichtigte Akzente), einfach alles was nicht zur überzeugenden Interpretation beiträgt, wahrzunehmen und sofort zu korrigieren.Der Wille sich selbst bewusst zu zuhören, hilft allerdings auch konzentriert zu bleiben. Um dies zu erreichen muss man:8. Langsam und kontrolliert üben
Zu schnelles Üben verhindert sorgfältiges Zuhören
und bewusstes Wahrnehmen des realen Spieles. Deswegen muss man das Tempo so
langsam wählen, dass alles bewusst hörbar und nachvollziehbar ist. |
|||||